Frachtkostenoptimierung und Network Thinking

Frachtkostenoptimierung und Network Thinking

Was ist Frachtkostenoptimierung?

Was genau habe ich unter dem Begriff Frachtkostenoptimierung zu verstehen? Diese Frage ist leicht zu beantworten. Unter diesem Begriff verstehen wir jede Aktivität und jedes Projekt, dass die Frachtkosten in einem Unternehmen reduziert und optimiert.

Hierbei wird im ersten Schritt nicht unterschieden, ob es sich um eine einmalige Aktivität handelt oder um ein strategisches Projekt. Eine einmalige Aktivität könnte zum Beispiel sein, dass die Logistikabteilung eines Unternehmens für den Transport einer Palette von Köln nach München Preise bei 3 Spediteuren anfragt und den günstigsten beauftragt. Klingt ziemlich ressourcenaufwändig, wenn so bei 200 Aufträgen am Tag verfahren wird, oder?

Mit Strategie vorgehen

Im Umkehrschluss kann das Unternehmen auch alle Aufträge eines Jahres nach München bei den 3 Spediteuren anfragen. Auf Grund der erhöhten Nachfragemenge und Planbarkeit wird das Unternehmen günstigere Angebote als für den einzelnen Transport erhalten und kann in der Folge einen festen Spediteur für die Relation beauftragen.

Herzlichen Glückwunsch! Das Unternehmen hat eine kleine Ausschreibung durchgeführt und die Frachtkosten nachhaltig über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr optimiert. Zugegeben, dieses Beispiel war sehr einfach dargestellt, aber beschreibt recht gut, weshalb sich Unternehmen nicht in Form einzelner Aktivitäten mit der Reduzierung von Transportkosten beschäftigen sollten, sondern auf strategischer Ebene.

Nachdem schon ein Beispiel für die Frage „Wie kann ich Frachtkosten optimieren?“ präsentiert wurde, werden in weiteren Artikeln Möglichkeiten zur strategischen Frachtkostenoptimierung aufgezeigt und die Umsetzung anhand von Fallbeispielen anschaulich dargestellt.

Die Suche nach dem passenden Partner

Neben der Notwendigkeit Frachtkostenoptimierung auf strategischem Level zu forcieren fehlt in unserem Ansatz noch eine weitere Zutat und diese führt zu zwei grundsätzlichen Fragen, die sich Unternehmen stellen, wenn sie sich auf die Suche nach externen Partnern begeben.

  • Passt der potentielle Partner zu meinem Unternehmen?
  • Was unterscheidet, bzw. wie grenzt sich der potentielle Partner von seinen Wettbewerbern ab?

Die Antwort auf die erste Frage muss jedes Unternehmen für sich selbst beantworten. Die Antwort auf die zweite Frage versuchen Unternehmen häufig in ihrer Onlinepräsenz oder ihren Verkaufsunterlagen zu beantworten. Dabei erfolgt eine deskriptive Auflistung von Adjektiven wie: innovativ, flexibel, pragmatisch, state-of-the-art, usw.

Wir bei der fr8control GmbH selbst verwenden gleiche oder ähnliche Adjektive um unser Unternehmen zu charakterisieren. Jedoch führen wir diese nicht zur Beantwortung der zweiten Frage an. Die Antwort besteht aus zwei Wörtern und keines davon ist ein Adjektiv. Network Thinking!

Network Thinking: Das neue Denkmuster

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Was ist Network Thinking?

Das Denkmuster des Network Thinkings setzt voraus, dass komplexe Themenstellungen nicht nur von Spezialisten im Alleingang analysiert und gelöst werden, sondern auf Basis des Inputs verschiedener Disziplinen und Mitarbeiter.1 Die Disziplinen der Logistik und des Supply Chain Managements als integraler Bestandteil eines Unternehmens erfordern unserer Erfahrung nach mehr als eine starre Betrachtung und Abgrenzung nach Abteilungen.

Überzeugung erforderlich? Nehmen Sie sich einen leeren weißen DIN-A4 Zettel zur Hand. Jetzt beginnen Sie und zeichnen die Werke und Produktionsstätten des Unternehmens auf das Blatt. Nun ergänzen Sie Läger und fügen abschließend noch Ihre Top-5 Lieferanten und Kunden hinzu. Verbinden Sie die Punkte bei denen direkte Verbindungen in Form von Transporten existieren. Nun wird der Stift an die Seite gelegt und die Zeichnung begutachtet. Ohne die genaue Zeichnung gesehen zu haben, wette ich, dass es wie ein Netzwerk aussieht; selbst wenn Sie sich bemüht haben möglichst geordnet und in Kategorien zu zeichnen.2

 

 

Sie sehen also, dass moderne Wertschöpfungsketten komplexe Geflechte aus vielen verschiedenen Entitäten und Mitarbeitern sind. Um diesem Wandel gerecht zu werden sollten alle Beratungs- und Optimierungsprojekte mit dem beschriebenen Denkmuster durchgeführt werden. Dieses Vorgehen impliziert, dass Berater nicht nur ihre Fachkenntnisse einbringen und Lösungen von der Stange aus der Schublade ziehen, sondern mit dem Fach- und Führungspersonal des Unternehmens unvoreingenommen und ergebnissoffen Aufgabenstellung bearbeiten. Wie das Beschriebene in der Praxis aussieht lesen Sie im nächsten Artikel.

1 Vgl. Weinberg, U., Network Thinking, 2017

2 Vgl. Weinberg, U., Network Thinking, 2017