Handlungsempfehlungen und Entwicklung in der Logistik rund um das Thema COVID-19

Handlungsempfehlungen und Entwicklung in der Logistik rund um das Thema COVID-19

Dieser Artikel befasst sich ausschließlich mit den aktuellen logistischen Entwicklungen in Bezug auf COVID-19. Wir werden alle 2 Tagen den Artikel und unsere Handlungsempfehlungen aktualisieren. Wir haben einen ständigen Blick auf die Entwicklung und stehen in engem Austausch mit unserem Expertennetzwerk.
(Letztes Update 30.03.2020)

Aktuelle Handlungsempfehlungen

  • Warten Sie auf Komplettladungen aus dem nahen EU Ausland? Schauen Sie sich hier um. Software-Anbieter Sixfold bietet aktuell kostenfreie Live-Infos zu Wartezeiten an den Grenzen.
  • Der Import aus China läuft grundsätzlich. Nichtsdestotrotz sind Sie zurzeit selbst mit Buchungsbestätigungen nicht auf der sicheren Seite. Wir haben uns umgehört und können Ihnen nur den Tipp geben: Seien Sie aktiv hinter Ihren Containern und Informationen her, aber gehen Sie auch Verzögerungen aus.
  • Gehen Sie mit Fingerspitzengefühl vor. Kooperation ist das Gebot der Stunde und nicht Konfrontation.
  • Seien Sie nicht opportunistisch und kommunizieren Sie offen und ehrlich auf Augenhöhe mit Ihren Dienstleistern. Viele Speditionen sind im Überlebensmodus. Die schnelle Begleichung von Frachtrechnungen hilft Ihren Logistikpartnern sehr.
  • Bleiben Sie informiert. Schauen Sie regelmäßig in diesen Artikel oder in andere Medien. Die Situation auf den Frachtmärkten ändert sich momentan rasant. Sie müssen in der Lage sein sich schnell neuen Gegebenheiten anzupassen

Was ist in den kommenden Wochen zu erwarten?

Seefracht:

Die Frachtentwicklung ist schwer abzuschätzen. Es gibt zu viele Einflussfaktoren, die nicht einzuschätzen sind. Je nach Ausweitung von COVID-19 wird die Lage mindestens bis Mitte Mai angespannt bleiben, bis sich das Equipment und die Kapazitäten synchronisiert haben. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Gesamtsituation erst wieder ab Ende Juli normalisiert.

LKW-Fracht:

Warentransporte, auch grenzüberschreitend, finden weiterhin statt. Die Versorgungsketten sind im Moment gesichert. Jedoch ist es nicht möglich eine Abschätzung für die Frachtkostenentwicklung vorzunehmen. Frachtführer reduzieren die Kapazität am Markt und die wirtschaftlich schwierige Gesamtsituation wird, wie in der Wirtschaftskrise 2008/2009, eine Bereinigung des Speditionsmarktes vornehmen. Viele Spediteure und Frachtführer werden in Liquidität- und Existenzschwierigkeiten geraten.

Status-Quo KW 13

  • Trotz Corona-Krise: Die Verkehre auf der Schiene von und nach Italien laufen stabil und pünktlich, wie Kombiverkehr erläutert.
  • Die Mobilitätswirtschaft braucht Unterstützung aus der Politik. Das Deutsche Verkehrsforum schickt einen Katalog von Forderungen nach Berlin.
  • Steuerfreie Prämie für Fahrer in Corona-Zeiten. CDU fordert Danke-Bonus für Logistik-Mitarbeiter.
  • Der Blick fürs große Ganze: Jedes Land kocht seine eigene Suppe – und die Logistik hängt dazwischen. Die IRU fordert mehr Zusammenarbeit und gemeinsame Koordination.
  • Daimler schnallt den Gürtel enger. Nachdem alle Überzeitkonten abgebaut sind, geht der Konzern im April für ein paar Tage in Kurzarbeit.
  • Sanitäre Anlagen, Verpflegung, Wertschätzung: Die Situation für Fahrer unterwegs bessert sich zumindest in kleinen Schritten. Noch gibt es aber genug schwarze Schafe, die Fahrern zum Beispiel die Toilette im Logistikzentrum verweigern.
  • Der Einzelhandel geht in die Knie. Die Lager sind voll und können die Nachbestellungen gar nicht verarbeiten. Lkw stehen teils stundenlang in der Warteschlange.
  • Die Logistik insgesamt und die Kontraktlogistik im Besonderen sollten nach Ansicht der Bundesvereinigung Logistik (BVL) aufgrund der Corona-Pandemie eine Unterstützung erhalten. Zudem wird das Stückgut teurer.
  • Brüssel einigt sich auf Leitlinien: Die EU will mit „Grünen Vorfahrtsspuren“ für Lkw den freien Warenverkehr in der Corona-Krise sichern.

Quelle: www.eurotransport.de

Status Quo KW 12

  • Angesichts der heftigen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie fordert die Transportbranche Unterstützung von der Politik. Die Europäische Transportarbeiterorganisation ETF hat dringend Präventionsmaßnahmen für die Fahrer eingefordert. Die International Road Union (IRU) setzt sich für finanzielle Erleichterungen ein.
  • Kabotage temporär freigeben, Lenk- und Ruhezeiten und Weiterbildung lockern. Der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) hat ein Konzept erstellt, um die Versorgung angesichts von Corona zu garantieren.
  • Software-Anbieter Sixfold bietet Plattform mit Live-Infos zu Wartezeiten an den Grenzen. Freier Zugang während der Corona-Krise.
  • Auch MAN Truck & Bus reagiert auf die Corona-Krise – und will für die deutschen Werke Kurzarbeit beantragen. Die Regelung soll ab Montag nächster Woche gelten. 
  • Der Hafen Rotterdam bleibt am Ball. Trotz Corona sollen die Warenströme weiter fließen, Container weiter umgeschlagen werden. 
  • Schulungsstau: Gefahrgüter müssen nicht liegenbleiben. Wer seine ADR-Bescheinigung jetzt verlängern müsste, erhält eine Fristverlängerung bis Herbst.
  • Die Güterbahnen wollen in der Corona-Krise zusätzliche Transporte übernehmen. Freie Kapazitäten nutzen, statt im Lkw-Stau zu stehen.
  • Kabotagebegrenzung aufgehoben, Lenkzeiten ausgeweitet. Das Bundesverkehrsministerium öffnet alle Schleusen – zumindest für die aktuell wichtigsten Frachtgüter wie Lebensmittel und Güter zur medizinischen Versorgung.
  • Auch Scania wird die Produktion in Folge des Corona-Virus in den meisten europäischen Werken stoppen. Der Shutdown ist für Mittwoch nächster Woche angesetzt.

Status Quo aus KW 11

Was sagen die Nachrichten der letzten Woche?

  • Verschiedene Logistikdienstleister schaffen bereits Logistikflächen, um den Warenfluss von kritischen Gütern auch im Ernstfall zu gewährleisten
  • Weniger Frachtschiffe aus China kommen im Hamburger Hafen an. In der Folge gibt es nur weniger Container, während diese sich in China stapeln
  • Globale Lieferketten, die günstig und effizient sind gelten als zu risikobehaftet. Vietnam als Alternative zu China ist bereits ausgelastet
  • Deutsche Unternehmen erwarten Umsatzrückgänge und bereiten sich auf einen Notfallbetrieb im Falle einer Schließung der Büroräume vor
  • Diverse Messen, so auch die SITL in Paris, sind wegen des Coronavirus verschoben oder, wie die LogiMAT 2020, gecancelt worden
  • Unterschiedliche Provinzen in Italien sollen evtl. als Sperrgebiete deklariert werden (Bsp. Provinz Bergamo)
  • Die Corona-Krise wirkt sich deutlich auf den Luftverkehr aus, Flugpläne werden bereits gestutzt

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